Sonntag, 5. August 2007

Fredericksburg, die Fünfte oder so

Mal wieder in Fredericksburg, habe ich mir mal das erste Museum angeschaut. Das Pioneer Museum zeigt in einem kleinen Freilichtbereich wie das Leben vor 160 Jahren in dem deutschen Ort ausgesehen hat. Alles war sehr interessant. Vor allem aber, weil ich eine sozusagen persönliche Führung von einer sehr versierten Endsiebzigerin erhalten habe. Mit ihr, einer weiteren älteren Kollegin und ihrem Mann habe ich mich über eine Stunde auf Fredericksburger Deutsch unterhalten.

Der alte Schuppen mit der alten Schmiede:


Ausgestopfte Katze unter Schaukelstuhl...

(Nee, war ne echte) Hier das Häuschen der Familie Weber. Viele der Familien, die eine Ranch ausserhalb der Stadt hatten, brauchten für das Wochenende vor dem Zeitalter der Kraftfahrzeige eine Unterkunft- somit entstanden die Sonntagshäuser. In diesen konnten die Familien übernachten und damit am Sonntag ohne großen Zeitaufwand rechtzeitig zum Gottesdienst gehen.

Hier saßen die Webers und haben den Abend ausklingen lassen (zumindest soll das wohl suggeriert werden, ich glaube, dass Leben war für diese Menschen kein Zuckerschlecken!)


Dann habe ich noch zwei Friedhöfe besucht. Sehr interessant, welche Geschichten und Tragödien man aus den alten Grabsteinen lesen kann. Manche sind einfach nur schön anzusehen.
Hier ein paar Eindrücke:
Erst zum alten katholischen Friedhof.

Gräber mit hauptsächlich deutschen Familiennamen.

Die meisten Gräber haben deutsche Inschriften:

Ganz hinten im katholischen Friedhof, neben dem Teil für die katholischen Pfarrer, fand ich die Kindergräber- ein sehr trauriges Zeugnis schwerer Schicksale. Für manche Familien schlimmer als für andere:
Hier haben die Gräber auch hinten den Namen der Toten eingemeisselt. Wenn der Verstorbene in der Army war, sieht das allerdings so aus:

Deutscher Name mit amerikanischer Flagge. Eine Frage der Identität?

Dann bin ich einmal durch Fredericksburg durch und zum größeren Stadtfriedhof gefahren:

Viel größer als der andere...
Aufgrund der Größe, habe ich mich auf den alten Teil des Friedhofs beschränkt. War auch sicherlich interessanter.


Hier ebenso: hauptsächlich deutsche Namen auf den Gräbern.


Nach einem Interview bin ich dann zu Annabel gefahren. Sie unterstützt mich hier bei meinen Untersuchungen sehr. Bei ihr und ihrem Mann (beide sind Ende 50) habe ich die Nacht verbracht. Annabel spricht sehr gut Deutsch. Das liegt vor allem daran, weil bei ihr zu Hause (ihre Eltern und Großeltern) nur Deutsch gesprochen wurde. Das Haus erinnert sehr an eine Blockhütte. Sie hat ein paar alte deutsche Erinnerungsstücke:

Leider waren beide am nächsten Tag nicht da, als ich die Fotos gemacht habe. Kenneth füttert immer die Tiere der Nachbarschaft. Deswegen treffen sich hier Hund und Katz.
Leider sind die Katzen sehr scheu und lassen sich kaum streicheln.

Dafür mag der Stinkihund es umso mehr.
So ihr seht, ich bin stets am Forschen!

Marion

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